Trainieren im Winter Reiterin mit Pferd im Schnee in den Bergen - PegaNatur

Pferdetraining im Winter: So hältst du dein Pferd fit und gesund

Im trüben Winter freut sich dein Pferd ganz besonders über abwechslungsreiche Trainingseinheiten. Eine Reihe von Punkten gibt es beim Pferdetraining im Winter allerdings zu beachten. In diesem Beitrag liest du,

  • warum richtiges Aufwärmen vor dem Training so wichtig ist,
  • wie du dein Pferd warmhalten kannst,
  • wie ihr für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar bleibt,
  • welche Trainingsmöglichkeiten im Winter in Frage kommen und
  • warum ein Trainingsplan manchmal Wunder wirkt.

Dein Pferd im Winter richtig aufwärmen: Das musst du beachten

In der kalten Jahreszeit bewegen sich Pferde in der Regel deutlich weniger als im Sommer. In der Folge bildet sich deutlich weniger Gelenkflüssigkeit – und die Verletzungsgefahr an Sehnen, Bändern und Muskeln steigt!

Um die Bildung von Gelenkflüssigkeit vor dem Training anzuregen, ist Aufwärmen das A und O. 10 bis 15 Minuten Führen oder langsames Warmreiten sind daher absolute Pflicht.

Ältere Pferde sowie an Arthrose erkrankte Pferde solltest du mindestens 20 Minuten im Schritt warmreiten. Auf diese Weise stellst du sicher, dass die Muskeln auf die richtige Betriebstemperatur kommen, bevor ihr richtig loslegt.

Tipp: Du kannst auch mit ein paar einfachen Gehorsamkeitsübungen beginnen, um deinem Pferd einen weniger körperbetonten Start ins Wintertraining zu ermöglichen.

Reiterinnen mit Pferd im Schnee im Wald - PegaNatur

So hältst du dein Pferd im Winter warm

Neben dem richtigen Aufwärmen sollte dein Hauptaugenmerk darauf liegen, dein Pferd im Winter warmzuhalten. Prinzipiell gilt dabei: Das natürliche Winterfell robust gehaltener Pferde schützt ausreichend vor winterlichen Temperaturen.

Pferden aus Boxenhaltung mit einem weniger dichten Winterfell solltest du vor dem Training dagegen immer eine Nierendecke auflegen. So beugst du einer Entzündung der empfindlichen Nieren vor.

Pferd mit Nierendecke - PegaNatur

Bildquelle: Bild veröffentlicht im Beitrag 'Entspannter Pferderücken im Winter' von Sabrina Hensel, erschienen auf reitsport-landenhausen.de

Verwende eine Abschwitzdecke nach dem Training

Außerdem empfehlen wir dir unbedingt eine Abschwitzdecke nach dem Training zu verwenden.

Der Grund: Durch ihr dichtes Winterfell können Pferde schon bei einem leichten Training ins Schwitzen geraten – selbst bei Temperaturen, die wir selbst als ziemlich kühl wahrnehmen.

Ein feuchtes Pferd allerdings trocknet im Winter sehr langsam ab, selbst bei ausgiebigem Trockenreiten. Eine Abschwitzdecke nimmt den Schweiß auf und schützt dein Pferd wirksam vor Zugluft – und damit auch vor Erkältungen.

Besonders praktisch ist es natürlich, wenn der Stall über ein Pferdesolarium verfügt, das für angenehme Wärme sorgt. Ist die Haut deines Pferdes vollständig getrocknet, kannst du es auf den Paddock stellen.

Pferd mit Abschwitzdecke - PegaNatur

Bildquelle: 'Abschwitzdecke NOC' veröffentlicht auf ostendorf-reitsport.de

Wann du dein Pferd am besten eindeckst

Dein Pferd schwitzt im Winter stark und ihr absolviert regelmäßig intensive Trainingseinheiten? Dann ist es sinnvoll, dein Pferd zu scheren, um übermäßiges Schwitzen zu vermeiden.

Sobald du dein Pferd nicht mehr bewegst, ist eine Winterdecke Pflicht! Sie ersetzt das Winterfell und schützt das Tier vor Kälte und eisiger Zugluft. Auch eine Nierendecke während und eine Abschwitzdecke nach dem Training sind für geschorene Pferde essenziell.

Geschorenes Pferd im Winter im Schnee

Tipp: Wärme das Gebiss vor

Sicherlich hast du schonmal an einem Stieleis geleckt und deine Zunge ist für einen Moment daran kleben geblieben. Etwas Ähnliches kann auch deinem Pferd passieren, wenn du das Zaumzeug anlegst, es auf das eiskalte Gebiss beißt und der Speichel an der empfindlichen Haut in den Maulwinkeln gefriert.

Bewahre das Zaumzeug daher am besten im Warmen auf und wärme das Gebiss gegebenenfalls vor der Nutzung an – z.B. indem du es unter heißes Wasser hältst.

Gebiss Zaumzeug einfach mit einem Handtuch warm halten - PegaNatur

Bildquelle: Handwärmer aus Aktivkohle eingewickelt in ein Tuch wärmt das Gebiss, von Julia, veröffentlicht auf rideonhorses.de

Safety first: So wirst du beim Wintertraining gesehen

Bevor ihr euch zum Geländetraining aufmacht, empfehlen wir dir, einige Vorbereitungen zu treffen, damit ihr von anderen Verkehrsteilnehmern auch gut gesehen werdet. Gerade an trüben Wintertagen mit mäßigen bis schlechten Sichtverhältnissen setzt ihr euch anderenfalls einem sehr hohen Unfallrisiko aus.

Unsere Empfehlung für dich und dein Pferd:

  1. eine Warnweste,
  2. reflektierendes Vorderzeug,
  3. selbstleuchtende Halsriemen,
  4. Reflexstreifen für die Pferdebeine und
  5. LED-Clips für Schweif oder Mähne.

Vergleich Reiterin mit und ohne reflektierende Kleidung im Winter im Dunkeln - PegaNatur

Bildquelle: 'Der Vergleich macht's deutlich: Ohne Reflexartikel sind Mensch und Pferd trotz Scheinwerferlichts nur sehr schlecht und nur aus nächster Nähe. Deutlich besser erkennbar ist hingegen das Paar mit Sicherheitsausrüstung.' von Alessandra Sarti, veröffentlicht auf pferderevue.at

Pferdetraining im Winter – diese Möglichkeiten hast du

Auch im Winter lässt es sich überaus abwechslungsreich trainieren. Abhängig von deinen persönlichen Vorlieben und der Konstitution deines Pferdes kommen verschiedene Trainingsvarianten in Betracht:

  • Geländetraining: Pferdetraining gelingt im Winter auch ohne Halle. Mit dem richtigen Equipment spricht nichts gegen einen zügigen Ausritt. Wenn dir nicht die Wetterverhältnisse (starker Schneefall, eisiger Wind, schlechte Sicht) einen Strich durch die Rechnung machen.
  • Hallentraining: Solltest du aufgrund der Wetterbedingungen beim Geländetraining Bedenken haben, weichst du besser auf die Halle aus.
  • Abwechslung ins Training bringen: Damit euch nicht der Hallenkoller packt, empfiehlt es sich, das Training etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Dafür stehen euch auch beim Wintertraining etliche Möglichkeiten zur Verfügung – vom Gelassenheitstraining über Geschicklichkeitstraining und Longieren bis hin zur klassischen Handarbeit.

Pferdeübungen im Winter Frau trainiert mit Pferd

Bildquelle: 'Andrea Blochwitz und ihr Welsh Cob Wallach - Einstieg in die ersten Zirkuslektionen – Teil 1 Grundvoraussetzungen' von Stefanie Blochwitz & Elena Hofstede, veröffentlicht auf hillbury.de

Du musst mit deinem Pferd nicht täglich bei eisigen Temperaturen im Gelände oder in der Halle trainieren. Manchmal reicht es schon, Zeit miteinander zu verbringen und kleine Spiele (z.B. mit einem Gymnastikball) in den Alltag einzubauen, um die Bindung zu stärken.

Mit einem Trainingsplan hältst du deine Motivation aufrecht

Zugegeben, gerade an kurzen, trüben Wintertagen mag es mit der Motivation fürs Training nicht weit her sein. Um deinen inneren Schweinehund leichter zu überwinden, empfehlen wir dir, dir einen Trainingsplan zu erstellen.

Dieser hilft dir dabei, deine Freizeit deutlich effizienter zu nutzen. Die folgenden Fragen helfen dir dabei, deinen Trainingsplan zu gestalten.

  • Wie oft möchte ich mit meinem Pferd im Winter trainieren?
  • Welche Termine habe ich?
  • Welche Tage kann ich für das Training einplanen?
  • Lassen sich die Zeiten so legen, dass im Hellen trainiert werden kann?
  • Kann ich einen abwechslungsreichen Mix aus Gelände- und Hallentraining erreichen?

Dabei ist dein Plan nicht in Stein gemeißelt. Bewahre dir unbedingt genug Flexibilität, um das Training an die Wetterverhältnisse oder unvorhergesehene Terminänderungen anzupassen.

Training mit dem Pferd im Winter: Das Wichtigste für dich im Überblick

Abschließend findest du hier noch einmal die wichtigsten Punkte für euer winterliches Training auf einen Blick:

  • Plane vor dem Training eine Aufwärmphase von 10 bis 20 Minuten ein.
  • Lege deinem Pferd eine Nierendecke auf, wenn es geschoren ist oder nur ein dünnes Winterfell hat.
  • Reite dein Pferd ausgiebig trocken.
  • Nutze unbedingt eine Abschwitzdecke nach dem Training.
  • Decke dein geschorenes Pferd mit einer Winterdecke ab.
  • Wärme das Gebiss vor dem Einsetzen vor.
  • Nutze selbstleuchtendes oder reflektierendes Equipment.
  • Gestalte euer Training abwechslungsreich.
  • Erstelle einen Trainingsplan.

Übrigens: Viele praktische Tipps zum Reiten im Winter haben wir für dich in einem separaten Blogbeitrag zusammengetragen. Neben den 3 Grundregeln für winterliche Ausritte erfährst du hier alles rund um passende Bekleidung, Equipment und den richtigen Hufbeschlag. Viel Spaß beim Lesen!