Reiterin mit Pferd im Schnee Winterlandschaft - PegaNatur

Reiten im Winter: Darauf solltest du achten

Reiten im Winter? Unbedingt! Pferde haben kein Problem mit kühlen Temperaturen. Im Gegenteil, sie sind dann sogar besonders lebhaft. Einige Punkte allerdings solltest du beim winterlichen Ausritt beachten. In diesem Artikel erfährst du,

  • mit welchen 3 Grundregeln, du Pferde im Winter richtig bewegen kannst,
  • wie die richtige Winterausrüstung für dich und dein Pferd aussieht und
  • welche Alternativen euch bei ungünstigen Reitbedingungen offenstehen.

Beachte die 3 Grundregeln für deinen Ausritt im Winter

Selbstverständlich kannst du dein Pferd auch im Winter guten Gewissens ausreiten oder mit ihm trainieren. Du sollst es sogar.

Immerhin ist ausreichende Bewegung ein Grundbedürfnis von Pferden. Ein Mangel führt bei deinem Tier schnell zu Stress. Einige Grundregeln allerdings solltest du in der kalten Jahreszeit unbedingt beachten.

1. Safety first: Reite nur, wenn es sicher ist

Prinzipiell gilt: Pferde haben ein sehr gutes Gefühl für die aktuellen Bodenverhältnisse. Es spricht daher nichts dagegen, Pferde bei Minusgraden zu reiten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dein Pferd vertritt oder ins Rutschen gerät, ist gering. Vorausgesetzt, du lässt die nötige Vorsicht walten. Das gilt insbesondere beim Reiten bei Schnee.

Ist der Boden gefroren und sogar von Schnee bedeckt, solltest du nur auf dir wohlbekanntem Terrain reiten. Anderenfalls ist die Verletzungsgefahr durch unsichtbare Gefahren wie verschneite Zäune, verdeckte Löcher oder Äste für dich und dein Pferd zu groß.

Und auch bei widrigen Sichtverhältnissen (z.B. bei Nebel oder starkem Schneefall) gehst du besser kein Risiko ein. In diesem Fall freut sich dein Pferd sicherlich auch über einen Ausritt in der Reithalle.

Reiterin mit Pferd im Schnee

2. Wärm dein Pferd richtig auf

In den Wintermonaten bewegen sich Pferde tendenziell weniger als im Sommer. Daher bildet sich auch deutlich weniger Gelenkflüssigkeit.

Um die Produktion dieser anzuregen, ist ein kurzes Aufwärmen vor dem Training daher Pflicht. Dazu reicht es schon aus, wenn du dein Pferd über 10 Minuten führst oder langsam warmreitest. Bei älteren oder an Arthrose erkrankten Pferden empfiehlt es sich, das Aufwärmintervall auf 20 Minuten zu verlängern.

3. Lass es langsam angehen

Im Winter ticken die Uhren langsamer. Und auch bei der Arbeit mit deinem Pferd musst du etwas Geduld mitbringen. So kann es einige Zeit dauern, bis sich der Gang auf gefrorenem Boden normalisiert hat.

Auch Muskeln wärmen sich langsamer auf. Zudem nimmt das Trockenreiten bei kühlen Temperaturen deutlich mehr Zeit in Anspruch.

Keinesfalls darfst du dein durchgeschwitztes Pferd zu schnell der Kälte aussetzen. Alternativ zum Trockenreiten kannst du eine Decke nutzen, bis die Haut deines Pferdes vollständig getrocknet ist.

Zwei Reiterinnen Frauen reiten auf ihren Pferden im Schnee

Reiten im Winter – auf die richtige Ausrüstung kommt es an

Für einen belebenden und vor allem sicheren Ausritt im Winter, ist die richtige Ausrüstung essenziell – vom passenden Hufeisen über warme Kleidung bis hin zu reflektierenden oder selbstleuchtenden Ausrüstungsgegenständen.

Hufbeschlag: Barhuf ist erste Wahl

Würdest du im tiefsten Winter mit dünnen Sneakern oder Stöckelschuhen durch die schneebedeckte Landschaft spazieren?

Vermutlich nicht. Deinem Pferd geht es genauso. „Winterhufeisen“ mit Grips, Stiften oder Stollen (nur zum Reiten) sind daher empfehlenswert.

Hufeisen mit Stollen für Pferde - PegaNatur

Bildquelle: Hufeisen mit Stollen um das Rutschen zu vermeiden, veröffentlicht auf reiten-weltweit.info

Noch besser ist es, soweit möglich, ganz auf Hufeisen zu verzichten. Hintergrund: Der Barhuf gerät im Schnee weniger schnell ins Rutschen als der Beschlag.

Zudem kann dein Pferd die Bodenbedingungen so wesentlicher besser abschätzen und seinen Gang entsprechend anpassen. Auf gefrorenem Boden wirkt der Barhuf wie ein natürlicher Stoßdämpfer.

Pferd mit Barhuf im Winter im Schnee

Reiten im Winter: Kleidung und Equipment

Neben den „Winterhufen“ braucht dein Pferd keine spezielle Ausrüstung für den winterlichen Ausritt. Nur wenn es geschoren ist, solltest du eine Ausreit- oder Nierendecke nutzen.

Für dich dagegen sind Reitmantel, Thermoreithose und warme Reitstiefel nicht verhandelbar. Besonders wichtig an trüben Wintertagen ist es zudem, dass ihr bei eurem Ausritt für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar seid.

Bewährt hat sich zu diesem Zweck folgendes Equipment:

  1. um die Beine gewickelte Reflexstreifen
  2. LED-Clips für Mähne oder Schweif
  3. selbstleuchtende Halsriemen
  4. reflektierendes Vorderzeug
  5. Warnweste

Vergleich Reiterin mit und ohne reflektierende Kleidung im Winter im Dunkeln - PegaNatur

Bildquelle: 'Der Vergleich macht's deutlich: Ohne Reflexartikel sind Mensch und Pferd trotz Scheinwerferlichts nur sehr schlecht und nur aus nächster Nähe. Deutlich besser erkennbar ist hingegen das Paar mit Sicherheitsausrüstung.' von Alessandra Sarti, veröffentlicht auf pferderevue.at

Winter-Ausritt nicht möglich? Diese Alternativen haben du und dein Pferd

Nicht immer erlauben die winterlichen Bedingungen einen Ausritt. Und auch die nächste Reithalle liegt oftmals nicht gerade um die Ecke. Trotzdem hast du mehr als genug Möglichkeiten, dein Pferd im Winter zu beschäftigen.

Heunetze und mit Leckereien gefüllte Aktivitätsbälle etwa fördern die Bewegung auf der Weide. Zugleich stellst du so sicher, dass dein Pferd beim Grasen auf der abgegrasten Weide nicht zu viel Erde aufnimmt, was schlimmstenfalls zu einer Kolik führen könnte.

Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten sind kleine Spaziergänge, Dehnungsübungen oder Gelassenheitstraining (Gewöhnung an angstbehaftete Gegenstände wie Plastiktüten, Flatterplanen oder Regenschirme). Mit etwas Geduld kannst du deinem Pferd beim Klickertraining sogar Apportieren beibringen.

Pferd spielt mit einem Ball im Schnee

Sicher Ausreiten im Winter: eine Checkliste

Zum Abschluss haben wir die wichtigsten Tipps und Tricks zum Reiten im Winter nochmal als Checkliste für dich zusammengestellt.

  • Reite bei Schnee und Eis nur auf bekanntem Terrain.
  • Weiche bei schlechten Sichtverhältnissen auf die Reithalle aus.
  • Wärme dein Pferd vor dem Training mindestens 10 Minuten lang auf.
  • Reite dein Pferd richtig trocken oder nutze nach dem Ausritt eine Decke.
  • Lass dein Pferd barhuf reiten oder weiche auf spezielle „Winterhufe“ aus.
  • Nutze Thermoreitbekleidung, um sicherzustellen, dass du nicht auskühlst.
  • Setze auf selbstleuchtendes oder reflektierendes Equipment, um von anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig erkannt zu werden.
  • Gib deinem Pferd andere Beschäftigungsmöglichkeiten, falls ein Ausritt nicht möglich ist.

Wir wünschen euch viel Spaß beim belebenden Ausritt durch die winterliche Landschaft!